Wann begann der VW Abgasskandal?

Die ersten Manipulationen im VW Abgasskandal an der Abgasmessungssoftware führen bis in das Jahr 2007 zurück. Weil die Werte für die neuen Cleantech Dieselmotoren nicht oder nicht innerhalb der geforderten Zeit zu erreichen waren, musste die Forschungsabteilung eine „kreative Lösung“ finden. Es wurde eine Methode erschaffen, wonach die Messungen auf dem Prüfstand deutlich günstigere Umweltwerte ergeben, als in der regulären Nutzung im Straßenverkehr.

VW Abgasskandal: Wer war der Übeltäter?
Wer diesen Auftrag erteilt hat und wer vom Vorstand davon wusste, ist einer der Vorgänge, die derzeit im Zentrum der Ermittlungen stehen. Der Volkswagenkonzern hat eine eigene Ermittlungsgruppe eingesetzt, die – wen wundert es – nicht genau die Verantwortlichkeiten und das Wissen klären konnte. Es ist zu hoffen, dass die im Juni 2016 vonseiten der BaFin gegen den gesamten Vorstand von Volkswagen erstattete Strafanzeige die Verantwortlichkeiten gerade aufseiten des Vorstandes von Volkswagen aufklären kann.

VW Abgasskandal: Wen trifft die zivilrechtliche Verantwortung?
Für die Durchsetzung zivilrechtlicher Ansprüche auf Schadensersatz für VW Aktionäre ist dieser Vorgang wichtig, wenn auch nicht entscheidend. Zum einen ist schwer vorstellbar, dass die gesamte Entwicklungsabteilung von Volkswagen die Abgasmanipulationen heimlich ohne Kenntnis des Vorstandes vorgenommen hat. Sollte dieses gleichwohl zutreffen, dürfte ein Organisationsverschulden vorliegen.

VW Abgasskandal: Unlautere Werbung mit CleanTech
Diese – manipulierte – CleanTech Dieseltechnologie ist in den Werbekampagnen weltweit als starke Marketingbotschaft eingesetzt worden. Mit immer neuen Werbekampagnen hat Volkswagen weltweit, insbesondere auch in Amerika, die Umweltfreundlichkeit ihrer CleanTech Dieselmotoren angepriesen.

VW Abgasskandal: Sammelklage in USA
In den amerikanischen Sammelklagen (Class Action) werden diese Werbekampagnen zur Begründung des Schadensersatzanspruches herangezogen. Mit diesen Falsch-Angaben zur Leistungsfähigkeit seiner Dieselmotoren habe der VW Konzern letztlich auch den Aktienkurs nach oben getrieben und Aktionäre zum Einstieg in die Volkswagen Aktien veranlasst.

VW Abgasskandal: Mit unlauterem Marketing Aktienkurs manipuliert
Der Aktienkurs von Volkswagen war also letztlich nur das Ergebnis eines geschickten Marketings für die CleanTech Dieselmotoren, die aber auf der Manipulation der Software begründet sei. Ohne diese Manipulation der Abgassoftware hätte die Überlegenheit der Volkswagen Dieselmotoren nicht angepriesen werden können und mithin wäre auch der Aktienkurs nicht in der Weise gestiegen.
Entsprechend ergibt sich aus diesen Verhaltensmustern ein Schadensersatzanspruch für die amerikanischen Sammelklagen.

VW Abgasskandal: Wie wird Schadensersatzanspruch für VW Aktionäre begründet?

Der Schadensersatzanspruch nach deutschem Recht dürfte sich weitgehend auf die unterlassenen Ad hoc Mitteilungen begründen. Wann diese genau hätten abgegeben werden müssen, ist eine der in den Schadensersatzprozessen für Anwälte zu klärenden Fragen. Es wird auch argumentiert, dass es aufgrund der vorsätzlichen Manipulation der Software im Jahr 2007 gar nicht darauf ankomme. Volkswagen hätte ja danach schon im Jahr 2007 eine Ad hoc Meldung machen müssen, dass man durch die Abgasmanipulation den Markt „betrüge“, was wiederum den Betrugsvorgang „ad absurdum“ geführt hätte.

VW Abgasskandal: Sammelklage für VW Aktionäre in Deutschland
Eine Sammelklage im Sinne der amerikanischen Class Action gibt es in Deutschland nicht. Neben den Einzelverfahren gibt es die Möglichkeit, eine Musterklage nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) durchzuführen. Vereinfacht gesagt, werden nach dem KapMuG-Verfahren eine Reihe von Musterfällen dem Oberlandesgericht Braunschweig zur Entscheidung vorgelegt, das dann für diese Fallgruppe darüber entscheidet, ob und wann eine Ad hoc Meldung hätte ergehen müssen.

VW Abgasskandal: Welche Wirkung hat Entscheidung nach KapMug?
Diese Entscheidung ist dann für alle Kläger, die sich diesem Verfahren angeschlossen haben, bindend. Ob alle Kläger bzw. VW Aktionäre mit ihren unterschiedlichen Kaufdaten für ihre Aktien in dieses Zeitschema passen, muss im Einzelfall geprüft werden.


Das Lügen Werk - Wie VW die ganze Welt täuschte